|
| Übersicht | Museo de Arte de Zapopan|
Dienstag, der 20. Mai
Karlheinz Stockhausen / 80 Jahre
(Kerpen-Mödrath 1928 - 2007)
Theo Nabicht , Saxophon
Michael Pattmann, Schlagzeug
Bryan Wolf, Klang
Ort: Museo de Arte de Zapopan
Uhrzeit: 20.30 Uhr

Stiftung Stockhausen - Programm Nr. 15
Programm:
IN FREUNDSCHAFT für Saxophon (1977) (15 Min.)
KOMET für einen Schlagzeuger;Elektronische und Konkrete Musik (1994) (15 Min.)
SAXOPHON für Sopransaxophone und Bongo (1977) (6 Min.)
Pause
TELEMUSIK Elektronische Musik (1966) (17 Min.)
NASENFLÜGELTANZ für einen Schlagzeuger (1986) (12 Min.)
GESANG DER JÜNGLINGE - elektronische Musik (1956)
Die Stockhausen-Stiftung
Die „Stockhausen-Stiftung für Musik” wurde 1994 von Karlheinz Stockhausen selbst ins Leben gerufen, um nach dem von ihm gewählten Auftrag „meine Werke in der Welt zu verbreiten“. Zu diesem Zweck finden in ihrem Sitz in Kürten bei Köln zahlreiche Kurse statt, die von hochkarätigen Sängern und Instrumentalisten aus aller Welt besucht werden. Auch die schwindende öffentliche Finanz-Unterstützung, wie zum Beispiel durch das NRW-Kultusministerium, hinderte Stockhausen nicht daran, bis zu seinem Tod einen Großteil der Kurse selbst zu leiten.
Die Niederländerin Kathinka Pasveer (Flöte) und die US-Amerikanerin Suzanne Stephens (Klarinette) bilden den Stiftungs-Vorstand. Sie sind hervorragende Interpretinnen des Stockhausen-Oeuvres und unterrichten auch selbst. Zwei Angestellte kümmern sich um die Öffentlichkeitsarbeit, um die Ordnung im Archiv und helfen Besuchern, sich zurecht zu finden. Das Archiv ist besonders für Musikwissenschaftler interessant. Es enthält, so Stockhausen, „haufenweise Material: Werk-Skizzen, Partituren, Fotos, Schriftverkehr seit den 50er Jahren, mehr als 1200 Filme von Proben und Aufführungen, die noch zum Großteil digitalisiert und geschnitten werden müssen, Original-Kostüme von Aufführungen und Original-Instrumente.“
Seit dem Tod des Komponisten im Dezember 2007 sieht die Stiftung ihre Aufgaben zudem in der Bewahrung des künstlerischen Werks sowie des Nachlasses von Karlheinz Stockhausen und in der Verbreitung seines geistigen Erbes. |
KARLHEINZ STOCKHAUSEN (1928-2007)
Karlheinz Stockhausen war einer der wichtigsten Komponisten der Avantgarde des 20. Jahrhunderts und gilt als Pionier der elektronischen Musik. Völlig neu war, dass er in seine Kompositionen auch die Dimension des Raumes einbezog. Wesentliche Impulse gingen von seinem Werk auch auf die Popmusik aus.
Er wurde am 22. August 1928 in Mödrath, dem heutigen Kerpen, in der Nähe von Köln geboren und starb am 5. Dezember 2007. Er studierte Klavier und Musikwissenschaft an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln und Musikwissenschaften, Philosophie und Germanistik an der Universität zu Köln.
Er führte sein Studium in Paris mit Olivier Messiaen fort und lernte dort Pierre Boulez kennen. Mit ihm und mit Luigi Nono realisierte er seine ersten Kompositionen der „punktuellen Musik”, die internationale Anerkennung fanden. Er studierte Phonetik und Kommunikation an der Universität Bonn. Seit 1950 war er Komponist, der nicht nur neue Musikformen erfand, sondern auch Neuerungen in der Niederschrift seiner Partituren einführte. Er arbeitete als Professor, Dirigent und Interpret seiner eigenen Werke.
Die meisten seiner ersten Arbeiten enthalten serielle Elemente aller musikalischen Klangparameter (bestimmte Tonserien, Rythmen, Zeiten, Tonfarben und weitere Elemente), aber seit den 1950er Jahren experimentierte er mit dem Fehlen von Determinierung (Zufall und Improvisation) und der Freiheit des Interpreten, einen eigenen Rythmus und Zeit zu bestimmen. Im Windquintett „Zeitmasse” (1956) treten Massenstrukturen und Überlagerungen verschiedener Zeiten auf. In seinem Werk „Gesang der Jünglinge” (1956) mischen sich die Stimme eines Jungen mit elektronischen Geräuschen über fünf unabhängige Lautsprecher. In „Gruppen”, ein Werk für drei Orchester (1955-1957), war seine Idee, Solisten und Gruppen zu vereinen, um ein völlig neues Klangspektrum zu schaffen.
Weitere seiner Werke sind „Zyklus” (1961) für Schlagzeug, die multimediale Komposition „Beethausen, opus 1970”, „Von Sockhoven” (1970) und Werke für Kammerorchester wie „Ylem” (1973) und „Tierkreis” (1977). „Sternklage” (1971) ist ein gigantisches Werk für fünf Gruppen, für eine Aufführung unter freiem Himmel gedacht, in dessen Verlauf die Namen der Sternbilder genannt werden. Viele Werke Stockhausens vermitteln eine äußerst meditative Atmosphäre, wie zum Beispiel „Mantra” (1970) für zwei Pianos und „Stimmung” (1986) für sechs Stimmen, ein 70-minütiges Werk, in dem die verschiedenen Töne eines Akkords untersucht werden. Der große Überfluss an Ideen, die spirituellen und literarischen Quellen entspringen und zusammen mit seiner ausgeprägten Persönlichkeit seine opulenten Werke beeinflussen, verschafften Stockhausen in den sechziger Jahren eine enthusiastische Neigung zur Musik, die um vieles die relativ kleine Zahl der Liebhaber zeitgenössischer Musik übertraf.
Ab Mitte der siebziger Jahre ließ sein Ruhm langsam nach. 1977 begann er mit seinem ehrgeizigsten Projekt, „Licht”, einem Zyklus von sieben Opern, der an sieben aufeinanderfolgenden Tagen aufgeführt werden soll. Er basiert auf einem Schöpfungsmythos und erwähnt die Figuren Eva, Luzifer und den Erzengel Michael. Stockhausen beendete das Werk im Jahr 2003.
Im Mai 2005 wurde erstmals der erste Teil von „Klang – die 24 Stunden des Tages” aufgeführt. Stockhausen beabsichtigte, den „Klang-Zyklus” im Jahr 2028 pünktlich zu seinem hundertsten Geburtstag abzuschließen.
Er komponierte bis zu seinem Tod; vier Wochen vor seinem Ableben, im November 2007, nahm er einen Kompositionsauftrag des Mozart-Orchesters von Bologna an - anlässlich seines 80. Geburtstags, den er 2008 hätte begehen sollen. Er beendete den Auftrag einen Tag vor seinem Tod.
Einige seiner Werke
„ Studie Nr. 2” (1954)
„ Windquintett Zeitmasse” (1956)
„ Gesang der Jünglinge” (1956)
„ Gruppen” (1957)
„ Zyklus”(Schlagzeug -1961)
„ Mantra” (zwei Pianos -1970)
„ Sternklage” (1971)
„ Ylem” (Kammerorchester -1973)
„ Tierkreis” (Kammerorchester -1977)
„ Sirius” (elektronische Musik, Trompete, Sopran, Bass und Klarinette) (1977)
„ Der Jahreslauf“(1. Akt von „Dienstag aus Licht” ( 1977)
„ In Freundschaft” ( für ein Instrument; verschiedene Faces -1979)
„ Donnerstag aus Licht” (1980)
„ Samstag aus Licht” (1983)
„ Montag aus Licht” (1988)
„ Dienstag aus Licht” (1991)
„ Freitag aus Licht” (1994)
„ Helikopter-Quartett“ (1993)
„Mittwoch aus Licht“ (1997)
„ Sonntag aus Licht” (2003
| Übersicht | Museo de Arte de Zapopan|
|